Burnout

Der Begriff 'Burnout'
Der Begriff Burnout für ein eigenständiges Krankheitsbild ist noch gar nicht so alt. Mit Burnout wird ein totaler Erschöpfungszustand beschrieben, der im wesentlichen aus einem Ungleichgewicht zwischen Anforderungen und den (eigenen) Ressourcen hervorgerufen wird. Das erklärt, warum speziell helfende Berufe (Mediziner, Pflegekräfte, Polizisten etc.) hier besonders betroffen sind. Und durch die neuen Kommunikationstechniken mit der Möglichkeit, permanent erreichbar zu sein und einer Arbeitswelt, die gerade dies auch immer öfter einfordert, erweitert sich die Gruppe der möglichen Betroffenen enorm.
Problem: Der schleichende Anfang
Das große Problem bei Burnout ist, dass es schleichend beginnt, und dass gerade das problematische Verhalten in der Arbeitswelt positiv besetzt ist: Hoher beruflicher Einsatz, "immer" erreichbar, sehr engagiert, leicht dazu zu bewegen, im Sinne einer als notwendig erachteten Arbeit auf private Termine zu verzichten. Solche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind beliebt, man überträgt ihnen gerne weitere, verantwortungsvolle Arbeiten und das Hamsterrad beginnt sich zu drehen.
Die sozialen Kontakte außerhalb der Arbeit werden weniger, der Beruf wird mehr und mehr zum zentralen Lebensinhalt. Es stellt sich ein Gefühl der Unentbehrlichkeit ein ("nur wenn ich das mache, klappt das auch"), oft mit einer Abwertung von Teammitgliedern, gerade wenn diese nicht immer bereit sind, den gleichen überhöhten Arbeitseinsatz zu zeigen.

Eine andere Ursache kann auch darin liegen, dass man immer mehr Arbeit aufgebürdet bekommt, aber die dazu notwendigen Mittel nicht im ausreichenden Maße zur Verfügung stehen. Für Menschen, die sich mit ihrer Arbeit identifizieren, kann das zu einem kaum auszuhaltenden Zustand führen.

Hilfreich: Eine systemische Sichtweise
Wichtig ist es jetzt, dass nicht einzelne Symptome behandelt werden, sondern das Krankheitsbild komplett erfasst wird. In den letzten Jahren hat hier gerade der systemische Ansatz in der Psychotherapie einen gewaltigen Fortschritt gebracht. 'Systemisch' bedeutet in diesem Zusammenhang, die Wechselwirkungen allen Tuns zu beachten und mit einzubeziehen. Welche inneren (oft unbekannten) Bedürfnisse wollen befriedigt werden indem ich das tue, was ich tue? Und was hat das für mich für Auswirkungen? Welche Möglichkeiten gibt es, diese Bedürfnisse auf eine Art zu stillen, die mir weniger Probleme bereiten? Folge ich (mir unbekannten) "Aufträgen" aus dem eigenen Familiensystem?

Gerade über die systemische Aufstellungsarbeit haben sich hier immer wieder verblüffende Zusammenhänge gezeigt. Um die oben aufgeführten Fragen zu beantworten, und um damit erwünschte Veränderungen einleiten zu können, stehen uns mit der Gesprächspsychotherapie, den systemischen Familienaufstellungen kombiniert mit dem hypnotherapeutischen Ansatz nach Dr. Gunther Schmidt - um nur einige zu nennen - ausgezeichnete und erprobte Werkzeuge zur Verfügung.
Vorbeugung
Wie bei vielen anderen Krankheitsbildern ist es auch bei Burnout nicht unüblich, dass man als Betroffener zwar merkt, dass etwas nicht stimmt, aber die Entscheidung, sich professionelle Hilfe zu holen, erst sehr spät getroffen wird.
Sehr wichtig ist es daher, dass Partner, Kollegen, aber auch Vorgesetze um diese Gefahr wissen, und im Zweifelsfall das Gespräch suchen. Phasenweise mal viel zu Arbeiten, und auch darüber zu stöhnen, bedeutet nicht zwingend ein Risiko, wenn die Arbeit Spaß macht und Erfüllung bringt.

Im Zweifel kann es hilfreich sein, einen Berater oder Therapeuten aufzusuchen, um in einem Gespräch die persönliche Situation einfach mal zu beleuchten und zu überprüfen. Hier kann mit vergleichsweise geringem Aufwand ein gute Prophylaxe erreicht werden.